Nötigung zur Abtreibung

Nötigung zu einer Abtreibung

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Darf mein Partner oder jemand anderes mich zur Abtreibung zwingen?

  • Dem Gesetzgeber ist es wichtig, dass grundsätzlicher jede Person in der Schweiz gut geschützt ist – und zwar vor jeder Art der physischen oder psychischen Gewalt. 

  • Es ist daher strafbar, jemanden zu nötigen oder ihm so zu drohen, dass er aus Angst gegen seinen eigenen Willen handelt.
  • Zudem darf ein Schwangerschaftsabbruch immer nur mit Einwilligung der Schwangeren erfolgen.


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Gesetzliche Grundlagen

Im Strafgesetzbuch (§ 180 und 181 StGB) wird geregelt, dass eine schwere Drohung oder Nötigung unter Strafe steht.

Das bedeutet im einzelnen,

- jede Art von Gewalt
- Androhung ernstlicher Nachteile
- Beschränkungen der Handlungsfreiheit
- und jemanden nötigend in Angst und Schrecken zu versetzen

kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe nach sich ziehen. Denn der Gesetzgeber sieht darin ein großes Unrecht.

Selbst der Versuch, eine Frau zur Abtreibung zu nötigen, ist deswegen schon strafbar.

In § 118 StGB wird außerdem ausdrücklich gesagt, dass ein Schwangerschaftsabbruch ohne Einwilligung der Schwangeren bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe bedeuten kann. 


Es ist aus rechtsstaatlicher Sicht demnach wichtig, dass eine Abtreibung eine freiwillige und eigenständige Entscheidung der Frau ist und sie nicht dazu gedrängt oder gezwungen wird.

 

Druck aus dem Umfeld


Wenn das Umfeld stark die Meinung vertritt, dass eine Abtreibung der einzige Weg für Dich wäre, oder wenn Du Dich anderweitig in diese Richtung gedrängt fühlst, kann das ein schmerzlicher Eingriff in Deine persönliche Freiheit sein.

Solche Einflüsse von außen können es zusätzlich schwer machen, eine Entscheidung zu treffen, mit der es Dir langfristig gut geht, und die in Einklang mit Deinen inneren Werten und Überzeugungen steht.

✅ Im Artikel „Wie treffe ich eine gute Entscheidung?“ findest Du Tipps dazu, wie Du einem Weg näher kommen kannst, der für Dich selbst stimmig ist.

Vielleicht fühlst Du Dich im Augenblick wie hin- und hergerissen. Es wäre verständlich, Du wünschst Dir, dass der Druck endlich aufhört und Du Dich nicht mehr bedrängt fühlst. Deshalb stellst Du Dir womöglich die Frage: Soll ich abtreiben, oder nicht? Zugleich ist es Dir vermutlich wichtig, dem zu folgen, was Du Dir persönlich wünschst.


 

Wenn die Eltern gegen das Kind sind

Oft erfahren besonders jüngere Frauen bei einer ungeplanten Schwangerschaft, dass die Eltern Unterstützung verweigern oder damit drohen, die Frau vor die Tür zu setzen.

Gerade junge Frauen, die noch zu Hause wohnen oder in besonderer Art in einem Abhängigkeitsverhältnis zu anderen Personen (z.B. Eltern, Verwandte, Partner, Arbeitgeber usw.) stehen, fällt es häufig schwer, sich diesem Druck zu entziehen.

Doch auch die eigenen Eltern dürfen eine junge Frau nicht zum Schwangerschaftsabbruch drängen.

👪 Mehr dazu hier: Dürfen mich meine Eltern zur Abtreibung zwingen? 
oder Schwanger unter 18


 

Wenn der Partner ablehnend reagiert

Es kommt leider auch oft vor, dass sich der Partner/Vater gegen das gemeinsame Kind ausspricht – und das zum Teil auch drohend.

Im Artikel „Schwanger – er will das Kind nicht“ kannst Du mehr darüber erfahren, warum manche Männer so reagieren. Du bekommst dort auch Tipps, wie Du mit dieser Situation umgehen kannst.
 Vielleicht ist es im Augenblick kaum vorstellbar, aber erfahrungsgemäß brauchen die meisten Männer nur ein wenig mehr Zeit als Frauen, um sich auf die neue Situation einzustellen. Rückblickend ist ein Mann oft froh, wenn seine Partnerin sich durch seine Reaktion nicht hat verunsichert lassen.

Vielleicht auch interessant: Ich will das Kind behalten – wie sage ich es meinem Partner?

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Wenn Du Dich in einer akuten Notalge befindest, kannst Du Die Polizei anrufen. 
☎️ Auch wir von Pro Femina helfen Dir gerne weiter! Zum Beispiel über unsere kostenlose Hotline (Mo-Fr 8:30-17:30 Uhr)

 

Zur Abtreibung gedrängt – wenn Du selbst betroffen bist

Vermutlich ist die momentane Situation alles andere als einfach für Dich und Du ringst um eine gute Entscheidung. Wir haben hier einige Gedanken und Tipps für Dich, die Dir weiterhelfen können:

  • Du hast ein gesetzlich fundiertes Recht darauf, in dieser Entscheidung nicht bedrängt zu werden.

  • Vielleicht hilft es Dir in diesem inneren Prozess, Unterstützung von einer außenstehenden Person zu suchen, um Deine persönliche Entscheidungsfreiheit in Anspruch zu nehmen. Womöglich gibt es liebe Menschen in Deinem Umfeld, die Dir unterstützend zur Seite stehen und Dir Raum geben, um Deinen eigenen Weg zu finden?
  • Für manche Frauen ist es hilfreich, zunächst einen gewissen räumlichen Abstand zu den Personen zu gewinnen, von denen sie sich in Richtung Abtreibung gedrängt fühlen.

  • Wenn Du möchtest, sind wir Beraterinnen an Deiner Seite, um mit Dir gemeinsam zu überlegen, welche Möglichkeiten Du hast und was Dir in Deiner Lage Erleichterung verschaffen könnte. Wende Dich gerne jederzeit an uns – kostenfrei und vertraulich, wenn Du willst auch anonym.

Ein paar unserer Beratungsangebote für Dich:

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Quellen:
Schweizerische Eidgenossenschaft, Schweizerisches Strafgesetzbuch: § 180f. und § 119 f.

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